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Dänisch Sprachtests und -Zertifikate

Dänemark ist ein interessantes kleines Land mit ca. 5,5 Millionen Einwohnern. Das Land lockt jedes Jahr eine Menge an Urlaubern an und auch ausländische Studenten nutzen dänische Unis gerne für ein Auslandssemester. Die Nähe zu Deutschland veranlasst auch immer mehr Menschen für Jobangebote und Praktika in das benachbarte Land zu gehen. Für all jene ist es sinnvoll, die dänische Sprache zu erlernen und diese durch einen Sprachtest zu bestätigen. Je nach Beweggrund und Motivation, Dänisch zu lernen, gibt es unterschiedliche Sprachkurse und Spachzertifikate. Je nach Niveaustufe, Lernzielen und Zielgruppe sollte man sich für die Kurse entscheiden.

Aufgrund der Verwandschaft zur deutschen Sprache und ähnlichen Begriffen im Wortschatz, fällt es den meisten Deutschen relativ leicht, Dänisch zu lernen.

Welche Dänisch-Zertifikate gibt es?

Das dänische System ist unmittelbar an den staatlichen Sprachunterricht gekoppelt. Statt frei wählbarer Prüfungsstufen gibt es drei Bildungsgänge, die sich nach dem Bildungshintergrund der Lernenden richten und jeweils mit einer eigenen Prüfung enden.

PrüfungBildungsgangNiveauZielgruppe
Prøve i Dansk 1Danskuddannelse 1etwa A2Lernende mit geringer Schulbildung oder ohne lateinische Schrift
Prøve i Dansk 2Danskuddannelse 2etwa B1Lernende mit kurzer Schul- oder Berufsausbildung
Prøve i Dansk 3Danskuddannelse 3etwa B2Lernende mit Abitur oder Hochschulabschluss
StudieprøvenAufbaustufeetwa C1Studienbewerber an dänischen Hochschulen

Prüfungen der Danskuddannelse werden an Sprachzentren in Dänemark abgenommen und sind für Berechtigte in der Regel kostenfrei oder gegen ein rückzahlbares Depositum zugänglich. Die Studieprøven liegt eine Stufe über der Prøve i Dansk 3 und prüft gezielt, ob jemand ein Studium auf Dänisch bewältigen kann.

Welches Niveau brauchen Sie in Dänemark?

  • Permanenter Aufenthalt: In der Regel Prøve i Dansk 2 als Mindestanforderung, mit Vergünstigungen bei höheren Ergebnissen
  • Einbürgerung: Dänemark verlangt einen höheren Nachweis als für den Daueraufenthalt, üblicherweise Prøve i Dansk 3, dazu einen Staatsbürgerkundetest
  • Studium auf Dänisch: Studieprøven, teilweise ergänzt um fachliche Zulassungsbedingungen
  • Familienzusammenführung: Für einzelne Verfahren sind eigene Sprachnachweise vorgesehen, die zeitlich gestaffelt nach der Einreise abzulegen sind

Die aufenthaltsrechtlichen Schwellen in Dänemark wurden in den vergangenen Jahren mehrfach geändert. Verbindlich ist immer die Auskunft der dänischen Ausländerbehörde SIRI für den konkreten Aufenthaltstitel.

Warum gilt Dänisch als schwer verständlich?

Dänisch ist geschrieben leicht zugänglich und gesprochen schwierig. Der Wortschatz überschneidet sich stark mit dem Deutschen und dem Norwegischen, die Grammatik ist überschaubar: keine Fälle beim Substantiv, zwei Geschlechter, eine einzige Verbform pro Zeitstufe für alle Personen.

Die Hürde liegt in der Aussprache. Viele Konsonanten werden abgeschwächt oder verschwinden ganz, dazu kommt der Stoßton, eine kehlige Unterbrechung, die Bedeutungen unterscheidet und im Deutschen keine Entsprechung hat. Geschriebenes und gesprochenes Dänisch liegen dadurch weiter auseinander als in den meisten europäischen Sprachen. Wer Dänisch lernt, sollte deshalb vom ersten Tag an mehr hören als lesen.

Wie läuft die Danskuddannelse ab?

  1. Einstufung. Das kommunale Sprachzentrum ordnet Sie anhand von Bildungshintergrund und Vorkenntnissen einem der drei Bildungsgänge zu. Ein Wechsel ist später möglich, aber selten.
  2. Module. Jeder Bildungsgang besteht aus mehreren Modulen mit eigenen Abschlusstests. Erst nach dem letzten Modul folgt die eigentliche Prüfung.
  3. Zeitrahmen. Der Anspruch auf kostenfreien Unterricht ist zeitlich befristet, üblicherweise auf etwa fünf Jahre ab Beginn. Wer die Frist verstreichen lässt, zahlt selbst.
  4. Prüfung. Die Prøve i Dansk umfasst Lesen, Schreiben und einen mündlichen Teil und wird zweimal jährlich angeboten, im Mai bis Juni und im November bis Dezember.

Welches Dänisch-Niveau brauchen Sie?

Das dänische System benennt keine GER-Stufen, sondern Prüfungsnummern. Diese Zuordnung übersetzt sie in die gewohnte Skala.

GER-NiveauPassender NachweisTypischer Anlass
A2Prøve i Dansk 1Abschluss der Danskuddannelse 1
B1Prøve i Dansk 2Permanenter Aufenthalt, viele Berufe
B2Prøve i Dansk 3Einbürgerung, qualifizierte Beschäftigung
C1StudieprøvenStudium auf Dänisch

Die Zuordnungen sind Näherungen, weil die dänischen Prüfungen an Bildungsgänge und nicht an GER-Stufen gebunden sind. Alle Formate im Vergleich zeigt die Testübersicht von A bis Z.

Häufige Fragen zu Dänisch-Sprachtests

Kann ich einen Dänisch-Test in Deutschland ablegen?
Die staatlichen Prüfungen der Danskuddannelse werden an Sprachzentren in Dänemark abgenommen und setzen in der Regel einen Wohnsitz dort voraus. In Deutschland lassen sich Dänischkenntnisse über Volkshochschulkurse und universitäre Sprachzentren aufbauen, ein staatlich anerkanntes Zertifikat entsteht dabei aber nicht.
Was ist der Unterschied zwischen Prøve i Dansk 2 und 3?
Beide prüfen dieselben Fertigkeiten, aber auf unterschiedlichem Anspruchsniveau. Prøve i Dansk 2 liegt etwa bei B1 und richtet sich an Lernende mit kürzerer Schulbildung, Prøve i Dansk 3 liegt etwa bei B2 und ist auf Personen mit Abitur oder Studium zugeschnitten. Für Einbürgerung und akademische Zwecke ist Prøve i Dansk 3 der relevante Nachweis.
Brauche ich Dänisch für ein Studium in Dänemark?
Für dänischsprachige Studiengänge ja, dort wird die Studieprøven verlangt. Dänische Hochschulen bieten daneben zahlreiche englischsprachige Programme an, für die IELTS oder TOEFL genügen und kein Dänischnachweis nötig ist.
Ist die Danskuddannelse kostenlos?
Für berechtigte Zugewanderte ist der Unterricht grundsätzlich kostenfrei, üblicherweise gegen ein Depositum, das bei regelmäßiger Teilnahme zurückgezahlt wird. Der Anspruch ist zeitlich befristet. Für Selbstzahler ohne Berechtigung fallen reguläre Kursgebühren an.
Verstehe ich mit Dänisch auch Schwedisch und Norwegisch?
Schriftlich funktioniert das gut, besonders mit norwegischem Bokmål, das historisch aus dem Dänischen hervorgegangen ist. Gesprochen ist es schwieriger: Dänen verstehen Norwegisch und Schwedisch meist besser als umgekehrt, weil die dänische Aussprache stärker reduziert ist.